miércoles, 1 de octubre de 2025

Novalis y Eustaquio Barjau Riu: Himnos a la noche 1

HIMNOS A LA NOCHE

1

 

¿Qué ser vivo, dotado de sentidos, no ama,

por encima de todas las maravillas del espacio que lo envuelve,

a la que todo lo alegra, la Luz

—con sus colores, sus rayos y sus ondas; su dulce omnipresencia—,

cuando ella es el alba que despunta?

Como el más profundo aliento de la vida

la respira el mundo gigantesco de los astros,

que flotan, en danza sin reposo, por sus mares azules,

la respira la piedra, centelleante y en eterno reposo,

la respira la planta, meditativa, sorbiendo la vida de la Tierra,

y el salvaje y ardiente animal multiforme,

pero, más que todos ellos, la respira el egregio Extranjero,

de ojos pensativos y andar flotante,

de labios dulcemente cerrados y llenos de música.

Lo mismo que un rey de la Naturaleza terrestre,

la Luz concita todas las fuerzas a cambios innúmeros,

ata y desata vínculos sin fin, envuelve todo ser de la Tierra con su imagen celeste.

Su sola presencia abre la maravilla de los imperios del mundo.

 

Pero me vuelvo hacia el valle,

a la sacra, indecible, misteriosa Noche.

Lejos yace el mundo —sumido en una profunda gruta—

desierta y solitaria es su estancia.

Por las cuerdas del pecho sopla profunda tristeza.

En gotas de rocío quiero hundirme y mezclarme con la ceniza.

—Lejanías del recuerdo, deseos de la juventud, sueños de la niñez,

breves alegrías de una larga vida,

vanas esperanzas se acercan en grises ropajes,

como niebla del atardecer tras la puesta del Sol—.

En otros espacios abrió la Luz sus bulliciosas tiendas.

¿No tenía que volver con sus hijos,

con los que esperaban su retorno con la fe de la inocencia?

 

¿Qué es lo que, de repente, tan lleno de presagios, brota en el fondo del corazón y sorbe la brisa suave de la melancolía?

¿Te complaces también en nosotros, Noche obscura?

¿Qué es lo que ocultas bajo tu manto, que, con fuerza invisible, toca mi alma?

Un bálsamo precioso destila de tu mano,

como de un haz de adormideras.

Por ti levantan el vuelo las pesadas alas del espíritu.

Obscuramente, inefablemente nos sentimos movidos

—alegre y asustado, veo ante mí un rostro grave,

un rostro que dulce y piadoso se inclina hacia mí,

y, entre la infinita maraña de sus rizos,

reconozco la dulce juventud de la Madre—.

¡Qué pobre y pequeña me parece ahora la Luz!

¡Qué alegre y bendita la despedida del día!

Así, sólo porque la Noche aleja de ti a tus servidores,

por esto sólo sembraste en las inmensidades del espacio las esferas luminosas,

para que pregonaran tu omnipotencia —tu regreso— durante el tiempo de tu ausencia.

Más celestes que aquellas centelleantes estrellas

nos parecen los ojos infinitos que abrió la Noche en nosotros.

Más lejos ven ellos que los ojos blancos y pálidos de aquellos incontables ejércitos

—sin necesitar la Luz,

ellos penetran las honduras de un espíritu que ama—

y esto llena de indecible delicia un espacio más alto.

Gloria a la Reina del mundo,

a la gran anunciadora de Universos sagrados,

a la tuteladora del Amor dichoso

—ella te envía hacia mí, tierna amada, dulce y amable Sol de la Noche—

ahora permanezco despierto

—porque soy Tuyo y soy Mío

tú me has anunciado la Noche: ella es ahora mi vida

—tú me has hecho hombre—

que el ardor del espíritu devore mi cuerpo,

que, convertido en aire, me una y me disuelva contigo íntimamente

y así va a ser eterna nuestra Noche de bodas.

NOVALIS

Traducción de Eustaquio Barjau Riu

[Versión definitiva en prosa rítmica]


Welcher Lebendige, Sinnbegabte, liebt nicht vor allen Wundererscheinungen des verbreiteten Raums um ihn, das allerfreuliche Licht – mit seinen Farben, seinen Stralen und Wogen; seiner milden Allgegenwart, als weckender Tag. Wie des Lebens innerste Seele athmet es der rastlosen Gestirne Riesenwelt, und schwimmt tanzend in seiner blauen Flut – athmet es der funkelnde, ewigruhende Stein, die sinnige, saugende Pflanze, und das wilde, brennende, vielgestaltete Thier – vor allen aber der herrliche Fremdling mit den sinnvollen Augen, dem schwebenden Gange, und den zartgeschlossenen, tonreichen Lippen. Wie ein König der irdischen Natur ruft es jede Kraft zu zahllosen Verwandlungen, knüpft und löst unendliche Bündnisse, hängt sein himmlisches Bild jedem irdischen Wesen um. – Seine Gegenwart allein offenbart die Wunderherrlichkeit der Reiche der Welt.

Abwärts wend ich mich zu der heiligen, unaussprechlichen, geheimnißvollen Nacht. Fernab liegt die Welt – in eine tiefe Gruft versenkt – wüst und einsam ist ihre Stelle. In den Sayten der Brust weht tiefe Wehmuth. In Thautropfen will ich hinuntersinken und mit der Asche mich vermischen. – Fernen der Erinnerung, Wünsche der Jugend, der Kindheit Träume, des ganzen langen Lebens kurze Freuden und vergebliche Hoffnungen kommen in grauen Kleidern, wie Abendnebel nach der Sonne Untergang. In andern Räumen schlug die lustigen Gezelte das Licht auf. Sollte es nie zu seinen Kindern wiederkommen, die mit der Unschuld Glauben seiner harren?

Was quillt auf einmal so ahndungsvoll unterm Herzen, und verschluckt der Wehmuth weiche Luft? Hast auch du ein Gefallen an uns, dunkle Nacht? Was hältst du unter deinem Mantel, das mir unsichtbar kräftig an die Seele geht? Köstlicher Balsam träuft aus deiner Hand, aus dem Bündel Mohn. Die schweren Flügel des Gemüths hebst du empor.[131] Dunkel und unaussprechlich fühlen wir uns bewegt – ein ernstes Antlitz seh ich froh erschrocken, das sanft und andachtsvoll sich zu mir neigt, und unter unendlich verschlungenen Locken der Mutter liebe Jugend zeigt. Wie arm und kindisch dünkt mir das Licht nun – wie erfreulich und gesegnet des Tages Abschied – Also nur darum, weil die Nacht dir abwendig macht die Dienenden, säetest du in des Raumes Weiten die leuchtenden Kugeln, zu verkünden deine Allmacht – deine Wiederkehr – in den Zeiten deiner Entfernung. Himmlischer, als jene blitzenden Sterne, dünken uns die unendlichen Augen, die die Nacht in uns geöffnet. Weiter sehn sie, als die blässesten jener zahllosen Heere – unbedürftig des Lichts durchschaun sie die Tiefen eines liebenden Gemüths – was einen höhern Raum mit unsäglicher Wollust füllt. Preis der Weltköniginn, der hohen Verkündigerinn heiliger Welten, der Pflegerinn seliger Liebe – sie sendet mir dich – zarte Geliebte – liebliche Sonne der Nacht, – nun wach ich – denn ich bin Dein und Mein – du hast die Nacht mir zum Leben verkündet – mich zum Menschen gemacht – zehre mit Geisterglut meinen Leib, daß ich luftig mit dir inniger mich mische und dann ewig die Brautnacht währt.

[Primera versión en verso]


Welcher Lebendige,

Sinnbegabte,

Liebt nicht vor allen

Wundererscheinungen

Des verbreiteten Raums um ihn

Das allerfreuliche Licht –

Mit seinen Stralen und Wogen

Seinen Farben,

Seiner milden Allgegenwart

Im Tage.

Wie des Lebens

Innerste Seele

Athmet es die Riesenwelt

Der rastlosen Gestirne

Die in seinem blauen Meere schwimmen,

Athmet es der funkelnde Stein,

Die ruhige Pflanze

Und der Thiere

Vielgestaltete,

Immerbewegte Kraft –

Athmen es vielfarbige

Wolken u[nd] Lüfte

Und vor allen

Die herrlichen Fremdlinge

Mit den sinnvollen Augen

Dem schwebenden Gange

Und dem tönenden Munde.

Wie ein König

Der irrdischen Natur

Ruft es jede Kraft

Zu zahllosen Verwandlungen

Und seine Gegenwart allein

Offenbart die Wunderherrlichkeit

Des irrdischen Reichs.

Abwärts wend ich mich

Zu der heiligen, unaussprechlichen

Geheimnißvollen Nacht –

Fernab liegt die Welt,

Wie versenkt in eine tiefe Gruft

Wie wüst und einsam

Ihre Stelle!

Tiefe Wehmuth

Weht in den Sayten der Brust

Fernen der Errinnerung

Wünsche der Jugend

Der Kindheit Träume

Des ganzen, langen Lebens

Kurze Freuden

Und vergebliche Hoffnungen

Kommen in grauen Kleidern

Wie Abendnebel

Nach der Sonne,

Untergang.

Fernab liegt die Welt

Mit ihren bunten Genüssen.

In andern Räumen

Schlug das Licht auf

Die lustigen Gezelte.

Sollt es nie wiederkommen

Zu seinen treuen Kindern,

Seinen Gärten

In sein herrliches Haus?

Doch was quillt

So kühl u[nd] erquicklich

So ahndungsvoll

Unterm Herzen

Und verschluckt

Der Wehmuth weiche Luft,

Hast auch du

Ein menschliches Herz

Dunkle Macht?

Was hältst du

Unter deinem Mantel

Das mir unsichtbar kräftig

An die Seele geht?

Du scheinst nur furchtbar –

Köstlicher Balsam

Träuft aus deiner Hand

Aus dem Bündel Mohn

In süßer Trunkenheit

Entfaltest du die schweren Flügel

des Gemüths.

Und schenkst uns Freuden

Dunkel und unaussprechlich

Heimlich, wie du selbst, bist

Freuden, die uns

Einen Himmel ahnden lassen.

Wie arm und kindisch

Dünkt mir das Licht,

Mit seinen bunten Dingen

Wie erfreulich und gesegnet

Des Tages Abschied.

Also nur darum

Weil die Nacht dir

Abwendig macht die Dienenden

Säetest du

In des Raums Weiten

Die leuchtenden Kugeln

Zu verkünden deine Allmacht

Deine Widerkehr

In den Zeiten deiner Entfernung.

Himmlischer als jene blitzenden Sterne

In jenen Weiten

Dünken uns die unendlichen Augen

Die die Nacht

In uns geöffnet.

Weiter sehn sie

Als die blässesten

Jener zahllosen Heere

Unbedürftig des Lichts

Durchschaun sie die Tiefen

Eines liebenden Gemüths,

Was einen höhern Raum

Mit unsäglicher Wollust füllt.

Preis der Weltköniginn,

Der hohen Verkündigerinn

Heiliger Welt,

Der Pflegerinn

Seliger Liebe

Du kommst, Geliebte –

Die Nacht, ist da –

Entzückt ist meine Seele –

Vorüber ist der irrdische Tag

Und du bist wieder Mein.

Ich schaue dir ins tiefe dunkle Auge,

Sehe nichts als Lieb u[nd] Seligkeit.

Wir sinken auf der Nacht Altar

Aufs weiche Lager –

Die Hülle fällt

Und angezündet von dem warmen Druck

Entglüht des süßen Opfers

Reine Glut.